Allgemeine Informationen

Das Archiv des Arnold Schönberg Center bewahrt eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen zu Leben und Werk eines einzelnen Komponisten. Über die etwa sechs Jahrzehnte seiner künstlerischen Laufbahn blieb ein Großteil der Schönbergs Werk betreffenden Dokumente ständig in seinem Besitz. Später setzten sich seine Erben für eine geschlossene Erhaltung des Nachlasses ein. Das vorhandene Material gewährt einen einzigartigen Überblick zu Schönbergs Schaffen, Denken und seiner Biographie.

{japopup  type="image" content="images/stories/bilder_statische_artikel/archiv/archiv_1.jpg" title="Das Archiv ist das Herzstück des Arnold Schönberg Center" }{/japopup}Aufgrund von Schenkungen und Verkäufen vor oder nach Schönbergs Tod, bzw. im Falle des Briefwechsels durch testamentarische Verfügung, sind manche Schönbergiana nicht durch den Nachlass überliefert und in Museen, Archiven und Privatsammlungen über die ganze Welt verstreut. Viele dieser Quellen werden in Form von Kopien oder Scans bereitgestellt. Mit den Gemälden aus dem Nachlass, die sich im Besitz der Erben befinden, und den Schönberg-Beständen der Universal Edition fanden bedeutende Schaffensdokumente einen dauerhaften Aufbewahrungsort am Center. Gelegentlich werden der Sammlung durch Erwerb oder Schenkung weitere Autographe zugeführt.

Die mehr als 10.000 Titel umfassende Präsenzbibliothek strebt Vollständigkeit hinsichtlich der Dokumentation von Veröffentlichungen über Arnold Schönberg in sämtlichen Sprachen an. Ergänzend werden Schriften zur Wiener Schule, Schönbergs Zeitgenossen sowie der Geistes- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts bereitgehalten, sofern sie in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Sammlungsschwerpunkt stehen. Darüber hinaus dokumentiert eine umfangreiche Sammlung von Tonträgern aus dem Zeitraum von 1922 bis heute die Aufführungsgeschichte der Werke Arnold Schönbergs. Die Videosammlung umfasst Konzertmitschnitte, Interviews, Dokumentationen und ähnliches.

Die Bibliothek des Arnold Schönberg Center ist während der Öffnungszeiten uneingeschränkt zugänglich. Zur Einsicht von Archivalien ist eine Anmeldung erforderlich (vgl. Benutzungsordnung).

Das Arnold Schönberg Center ist darum bemüht, sämtliche Quellen zum Werk Arnold Schönbergs ausfindig zu machen. Sollten Sie im Besitz von Schönbergiana sein, die noch nicht in unseren Quellenverzeichnissen aufgenommen sind, oder Hinweise zu deren Verbleib haben, wären wir dankbar, wenn Sie mit uns in Kontakt treten würden.

Für Auskünfte stehen die Archivare gerne zur Verfügung: archiv{at}schoenberg{dot}at

Bestände

Die Bestände des Arnold Schönberg Center fügen sich zusammen aus dem Nachlass als Kernbestand des Archivs sowie unterschiedlichen Sondersammlungsbereichen. Zur Recherche stehen verschiedene Datenbanken zur Verfügung, die bereits weitreichend mit Digitalisaten verknüpft sind.

Das Werk- und Quellenverzeichnis dokumentiert neben Musikmanuskripten sämtliche Quellen, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Schönbergs musikalischen Werken stehen, darunter auch Handexemplare, Stimmen oder Textvorlagen. Berücksichtigt werden dabei Quellen aus dem Nachlass wie auch aus anderen Sammlungen und Archiven. Etwa 8.000 Seiten wurden bisher digitalisiert und sind über die Datenbank zugänglich.

Die Textdatenbank umfasst sämtliche Schriften aus dem Nachlass Schönbergs und verknüpft diese vollständig mit Digitalisaten sowie in vielen Fällen auch mit Transkriptionen. Eigene Verzeichnisse gewähren einen Überblick zu annotierten Büchern und Zeitschriften aus dem Nachlass.

Die Briefdatenbank enthält die nach derzeitigem Kenntnisstand vollständige Korrespondenz Schönbergs. Der Korrespondenznachlass an der Library of Congress, Washington D.C., ist bereits mit Digitalisaten verknüpft. Korrespondenzstücke aus dem Archiv des Arnold Schönberg Center werden sukzessive ergänzt.

Das Bildarchiv ist als umfassende Sammeldatenbank angelegt, die unterschiedliche Bestände des Archivs vereinigt. Hierzu gehören derzeit Fotografien (im wesentlichen aus Schönbergs Lebenszeit), Lehrmaterialien (vor allem bezüglich Privatunterrichts in den USA), Adresskarteien bis in die 1940er Jahre, Konzertprogramme aus dem Nachlass, Persönliche Dokumente (Zeugnisse, Ausweise, Meldezettel etc.), Materialien zum Verein für musikalische Privataufführungen sowie Gemälde und künstlerische Werke.

Das Pressearchiv enthält sämtliche Pressemeldungen aus dem Nachlass, verknüpft mit Digitalisaten, sowie einen ständig erweiterten Katalog späterer Erwerbungen zu Arnold Schönberg bis zu dessen Tod 1951.

Die Sondersammlungen beinhalten die neben dem Nachlass umfangreichsten Bestände an Dokumenten mit Bezug zu Arnold Schönberg. Es handelt sich dabei um Kopien von Dokumenten aus anderen Institutionen oder Originaldokumente aus Leihgaben, Schenkungen und Auktionen. Digitalisate sind den jeweiligen Bestandskatalogen zugeordnet, Bestandslisten gewähren einen Überblick zu den verschiedenen Sammlungen.

Die Bibliothek umfasst über 10.000 Titel zu Schönberg und dessen Umfeld. Neben dem Bibliothekskatalog gibt es eigene Verzeichnisse für Notenausgaben sowie Musikalien aus dem Nachlass und andere Bestände aus Schönbergs Bibliothek.

Die Diskographie enthält kommerzielle Aufnahmen der Werke Schönbergs bis 2009. Ausgesuchte Historische Aufnahmen stehen in Form von Audio Streams zur Verfügung, ebenso wie sämtliche Sprachaufnahmen Schönbergs. Filmisches Material jeglicher Art ist in einem eigenen Verzeichnis dokumentiert.

Für Auskünfte stehen die Archivare gerne zur Verfügung: archiv{at}schoenberg{dot}at

Benutzungsordnung

• Zweck der Arnold Schönberg Center Privatstiftung (ASCP) ist die Ermöglichung des Zugangs und der Verfügbarkeit des Schönberg Nachlasses für wissenschaftliche Studien und Forschung durch Wissenschaftler, Komponisten, Musiker und die Öffentlichkeit.

• Der Sammlungsbestand darf nur in den Räumen der ASCP benutzt werden; es besteht kein Leihverkehr.

• Interessenten mit einem umfangreicheren Arbeitsvorhaben werden ersucht, Zeitpunkt und voraussichtliche Dauer der Benützung im vorhinein mitzuteilen und ihr Forschungsziel kurz zu umschreiben.

• Mäntel, Schirme und Taschen sind vor Betreten des Archiv- und Bibliotheksbereiches in den dafür vorgesehenen versperrbaren Kästen einzuschließen.

• Die Einsicht in die Archivalien erfolgt in der Regel in Form von Kopien oder Scans.

• Originaldokumente aus dem Nachlaß Arnold Schönbergs (im folgenden als »Originale« ausgewiesen) können in Ausnahmefällen, nur nach Voranmeldung, Unterzeichnung eines Benutzungsansuchens und ausschließlich in dem dafür gewidmeten Raum, dem »Manuscript Viewing Room« der ASCP eingesehen werden. Die Herausgabe eines Originals oder anderer Archivalien kann vom Archivar der ASCP aus konservatorischen Gründen verweigert werden. Die Anzahl der dem Benutzer ausgehändigten Originale oder anderer Archivalien wird ausschließlich vom Archivar der ASCP bestimmt.

• Während der Arbeit mit Originalen darf der Benutzer im Manuscript Viewing Room nur Papier, Bleistift und Notebook verwenden.

• Die Beaufsichtigung erfolgt durch einen Archivar der ASCP. Benutzer sind damit einverstanden, daß Überwachungskameras in Bibliothek und Manuscript Viewing Room laufend aufzeichnen.

• Originale müssen sorgfältig und schonend behandelt werden; der Benutzer ist verpflichtet, ausschließlich mit den ihm vom Archivar zur Verfügung gestellten Schutzhandschuhen mit dem Original zu arbeiten.

• Dokumente sind in der vorgelegten Ordnung zu belassen, selbst wenn Unrichtigkeiten bemerkt werden sollten. Hinweise auf Mängel und Fehler in der Zuschreibung oder Einordnung werden gerne entgegengenommen.

• Für Beschädigungen von Objekten aus Archiv oder Bibliothek der ASCP haftet während deren Studium der Benützer. Er verpflichtet sich im Falle von Beschädigungen, die Kosten für Ersatz (Bücher, Artikel, etc.) oder Restaurierung zu tragen.

• Reproduktionen von Material aus Archiv und Bibliothek werden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen ausschließlich vom Archivar der ASCP hergestellt. Der Benutzer verpflichtet sich, dergleichen Kopien nur zu persönlichen Studienzwecken oder zu einem schriftlich mit der ASCP vereinbarten Zweck zu verwenden und nicht an Dritte weiterzugeben oder Dritten zugänglich zu machen. Geschlossene Teilbestände können nicht komplett kopiert werden.

• Bei Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse, welche sich auf den Nachlaß Arnold Schönbergs stützen, ist auf die Stiftung als Aufbewahrungsort hinzuweisen. Damit verbunden ist die Verpflichtung, der Bibliothek der ASCP ein Belegexemplar dieser Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen.

• Bei der Wiedergabe von Dokumenten aus dem Nachlaß Arnold Schönbergs ist eine vorherige schriftliche Genehmigung der ASCP einzuholen

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. Der Benutzer verpflichtet sich, sämtliche Rechte (insbesondere das Urheberrechtsgesetz und das Datenschutzgesetz in der jeweils gültigen Fassung) der ASCP oder Dritter, die in Verbindung mit der Sammlung des ASC bestehen, nicht zu verletzen. Die ASCP haftet nicht gegenüber Schäden, die sich aus der Verletzung dieser Rechte durch Benutzer ergeben.

• Alle Eigentumsrechte sowie deren Verwertung behält sich die ASCP gegenüber den Benutzern seines Archivs und seiner Bibliothek ausdrücklich vor.

• Die Benutzerordnung wird jedem Benutzer von Archiv und Bibliothek der ASCP in geeigneter Weise zugänglich gemacht und von diesem anerkannt. Änderungen dieser Benutzungsordnung bleiben vorbehalten.

Genehmigt vom Stiftungsvorstand der Arnold Schönberg Center Privatstiftung Wien, den 16. März 1998

Geschichte des Archivs

Arnold Schönbergs Nachlass wurde nach seinem Tod 1951 bis 1964 von seiner Witwe Gertrud Schoenberg verwaltet. In den 70er Jahren entschlossen sich seine Erben, die Sammlung dem 1973 gegründeten Arnold Schoenberg Institute an der University of Southern California in Los Angeles zur Verfügung zu stellen, wo neben einem Aufführungs- und Ausstellungsraum ein modernes Archiv errichtet wurde, das bis 1997 öffentlich zugänglich war. Leonard Stein, ein Schönberg-Schüler, leitete das Institute als erster Direktor. In seiner 25-jährigen Geschichte wurde das Institute von tausenden Wissenschaftlern, Künstlern, Studenten und Musikinteressierten konsultiert, jährlich waren durchschnittlich 90 Forscher in Los Angeles, über 500 Anfragen wurden beantwortet.

Als die Vorgabe der Schönberg-Erben, Institut und Archiv sollten sich in Forschung und Lehre auf die Person Arnold Schönbergs beziehen, in den letzten Jahren von der University of Southern California nicht mehr erfüllt werden konnte, kam es im Jahr 1996 zwischen ihr und den Erben zu einem Rechtsstreit.

Um die – nun heimatlos gewordene – Sammlung bemühten sich in der Folge die Städte, Universitäten und Private in New York, Wien, Berlin, Den Haag, Basel, Yale, Stanford, Harvard, Arizona, sowie in Los Angeles selbst das Getty Center und die University of California at Los Angeles.

Wien als Geburtsstadt Schönbergs, als Wiege und Namensgeberin der Wiener Schule wurde als neue Heimstätte des Nachlasses auserkoren: Anfang 1997 wurde die Arnold Schönberg Center Privatstiftung von der Gemeinde Wien und der Internationalen Schönberg Gesellschaft gegründet. Nach der Transferierung der Sammlung aus Los Angeles und seit der Eröffnung des Schönberg Centers im März 1998 steht das Archiv für wissenschaftliche Studien und Forschung durch Wissenschaftler, Komponisten, Musiker und die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Arnold Schönberg Center findet sich in: Therese Muxeneder, Ethik des Bewahrens (PDF)

 

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